Flüchtlingsunterkunft

10.09.2015 10:15

Projekt: Migrants – Welcome – Garden im Rieselfeld

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir richten uns mit diesem Schreiben mit folgender Bitte an Sie, ein soziales und gemeinnütziges Projektes unseres Unternehmens zu befürworten.

Das Projekt heisst „ Migrants - Welcome – Garden“ und soll den Flüchtlingen, die im Rieselfeld eine neue Unterkunft bekommen, helfen.

 

Wir, das sind Christian Jörg und Benjamin Daferner, sind Inhaber eines kleinen gut laufenden Garten und Landschaftsbau Unternehmens.

Es ist uns ein großes Anliegen, Möglichkeiten der Unterstützung des Gemeinwesens die sich uns durch unsere Arbeit mit unserem Unternehmen bieten, auch sinnvoll zum Wohle der Allgemeinheit zu nutzen.

 

Durch diesen Gedanken und unternehmerischen Ansatz entstanden bereits mehrere Projekte. So konnten wir beispielsweise eine große Vogelschutzhecke im Jahr 2013 am Schönberg in Freiburg anlegen. Mittels großzügiger Spenden und dem unentgeldlichen Arbeitseinsatz unserer Kollegen wurde hier viel für den Artenschutz von Flora und Fauna in unserer nächsten Umgebung getan.

Ein weiterer Einsatzort unseres Engagements ist ein Kinderheim in Müllheim, wo wir immer wieder gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ihren Garten gestalten und große bauliche Maßnahmen gemeinsam in die Tat umsetzen konnten.

Zunächst möchte ich Ihnen kurz erläutern um was genau es sich handelt, wer wir sind und was wir mit unserer Idee bezwecken.

Bei dem Projekt „Migrants – Welcome - Garden“ handelt es sich um die Anlage eines großzügigen Gemüsegartens in nächster Nähe, bzw. angrenzend an die neu aufgestellten Wohncontainer für Flüchtlinge im Rieselfeld.

Die Planung, sowie die Ausführung eines solchen Gartens erfolgt von uns, einer Fachfirma für Garten und Landschaftsbau.

Der Garten sollte eine Größe von ca. 100 qm haben. Auf Grund des starken Wildwechsels durch Kaninchen ist die Anlage mit einem 80 cm hohen Hasenzaun einzufassen. Die einzelnen Beete sind durch ein Wegenetz aus Hackschnitz unterteilt.

Es wird nur organisches Material ( Ausnahme: Hasendraht) verwendet. So kann die Fläche jederzeit, und ohne großen Kostenaufwand wieder in die Ausgangssituation versetzt werden.

Das heisst, die Rasenfläche wieder hergestellt werden.

Ein Entwurf dieser Anlage und ein kurzes Leistungsverzeichnis wurde als Anlage beigelegt.

Die Kosten für dieses Bauvorhaben tragen wir als Unternehmen, sowie weitere Unterstützer des Projekts mittels Sach-, oder Geldspenden. Vorstellbar wäre die Zusammenarbeit mit den ansässigen Kirchengemeinden.

Des Weiteren werden wir von einigen Schülern der Staudinger Gesamtschule unterstützt.

Die Schüler der Orientierungsstufe dieser Schule müssen über ihre gesamte Schulzeit hinweg sogenannte Sozialpunkte sammeln. Diese erhalten sie sowohl bei schulischen, als auch bei außerschulischen Einsätzen für ihr ehrenamtliches Engagement.

Das Errichten des Hasenzauns könnte eine ihrer Aufgaben werden.

 

Der Grundgedanke hierbei ist der folgende:

Hier untergebracht sind Menschen, deren Schicksal nun nicht mehr in ihrer eigenen Hand liegt. Meist sind es doch völlig Fremde, die über das Schicksal von Flüchtlingen entscheiden.

Die Leute wissen nicht in welchem Land sie schließlich landen und ob sie bleiben dürfen oder fortgeschickt werden.

Sie haben vieles zurück lassen müssen und können nur hoffen, dass man sich ihrer annimmt und ihre Reise ein Ende findet .Auf ihrer Flucht mussten sie oft die Erfahrung machen, dass sie nicht willkommen sind.

Mit einem eigenen kleinen Nutzgarten geben wir ihnen ein Zeichen des Willkommens und geben ihnen zumindest in einem kleinen Bereich ihrer Lebensgrundlage, die Möglichkeit wieder selbst mit zu wirken. Selbstbestimmt anzupflanzen was ich essen mag. Zu sehen wie etwas, das ich mit den eigenen Händen gepflanzt habe gedeiht und mir als Nahrung dient.

Es wird die Erfahrung gemacht, nicht nur ein Rechtsobjekt zu sein, sondern als Subjekt partizipativ und mit Eigenengagement an der Hilfe mitzuwirken. Wieder eine kreative und sinnvolle Aufgabe, aber auch einen Ausgleich zu all dem anderen an neuen oder bereits erlebten – oft traumatischen - Eindrücken zu haben.

Nahrungsmittel anzubauen ist etwas Vertrautes und Archaisches. Das haben wir mit den Flüchtlingen und Asylanten gemeinsam. Wir alle müssen essen und die allermeisten Menschen auf dieser Welt müssen dafür mit den eigenen Händen sorgen. Hier können diese Menschen mal wieder selbst agieren und darüber entscheiden ob sie was zum Essen aus dem eigenen Garten auf dem Teller haben oder nicht. Ganz davon abgesehen, dass dieses Gemüse geschmacklich dem abgepackten Supermarkt Gemüse weit überlegen ist.

Des Weiteren bietet dieses Projekt uns und all denen die dieses Projekt unterstützen die Möglichkeit, den Menschen die nun hier angekommen sind zu begegnen und Ihnen ein Platz in unserer Gemeinde, unserem Stadtteil, oder generell unserer Gesellschaft zu teil werden zu lassen.

Denn Voraussetzung für unser Projekt wäre nebst den Genehmigungen der zuständigen Behörden eben auch das Mitwirken bzw. der Wunsch nach einer solchen Fläche von den dort wohnhaften Familien.

Es setzt also voraus mit diesen Leuten in den Dialog zu gehen, sie kennen zu lernen und mit Ihnen gemeinsam unsere Idee in die Tat umzusetzen. Denn wir können nur die Rahmenbedingungen dazu schaffen und unterstützen, doch bestellt werden diese Flächen letztlich ja nicht mehr von uns.

Somit legen wir den Grundstein, für ein selbstverwaltetes Projekt, dass ohne das zu tun von den betreuenden Sozialarbeitern dieser Familien oder von uns, weiter wachsen und gedeihen kann.

Wir als Garten- und Landschaftsbauer möchten anmerken, dass wir natürlich über das fachliche“ Know how“ zur Anlage eines ertragreichen und nachhaltigen Gemüsegartens verfügen. Und aber auch in der Lage sind so ein Projekt zu entwickeln, entstehen zu lassen und zu einem langfristigen Erfolg zu führen.

Um unser Ziel zu erreichen ist es von äußerster Wichtigkeit für uns Kontakt zu den entsprechenden Behörden bezüglich dieses Geländes auf zu nehmen. Aber auch zu denjenigen, die schließlich mit den dort untergebrachten Menschen arbeiten bzw. sie betreuen. ( z.B. Mitarbeiter der Freien Träger der Wohlfahrtsverbände) Denn eine enge Zusammenarbeit ist hierbei unabdingbar.

Wir brauchen neben Ihrer wohlwollenden Unterstützung vor allem auch Informationen darüber, welche Auflagen es hierfür zu erfüllen gibt und wie genau die gesetzlichen, haftungsrechtlichen Rahmenbedingungen aussehen und wie diese umzusetzen sind, um unsere Idee Wirklichkeit werden zu lasen.

Dieses Schreiben, richtet sich an das Tiefbauamt Freiburg auf Grund der Zuständigkeit für die öffentliche Grünanlage, an den Bürgermeister für Soziales, Kultur und Integration Herrn von Kirchbach und den Baubürgermeister Martin Haag.

Ich bitte Sie mir eine Rückmeldung zu diesem Schreiben zu geben. Und hoffe darauf, dass Sie Kontakt mit mir aufnehmen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Benjamin Daferner

 

Firma GrünWart

Inhaber: B.Daferner & Ch. Jörg

Altgasse 10a 79112 Freiburg

 

Tel.: 0152 25706374

e-mail: info@gruenwart.de